Ethische Begründung der Ablehnung von Kapitalismus und Marxismus

Die wirtschaftlichen Ergebnisse sind umso besser, je mehr sich die Erkenntnis der Ethik im ökonomischen Tun und Lassen durchsetzt, weil nur so das Vertrauen zwischen den Leistungsträgern wächst. Erster Leistungsträger ist das Individuum. Ethisches Tun und Lassen muss deshalb jeder anderen Handlungsweise überlegen sein, weil sie beim Individuum beginnt, bei seiner Einzigartigkeit und Verantwortung. Die Fähigkeit des Individuums, zu wählen übertrifft bei weitem jede zentralistische Ideologie, die nur deshalb zentralisierte Wirtschaftssysteme errichten muss, weil sie das Individuum ignoriert. Alles erwartet zentralistische Ideologie vom „Plan“, dem sich das Individuum anpassen muss und absolut unterwerfen muss. Und weil der „Plan“ das Individuum lenkt, muss er ihm jede freie Wahl verweigern. Die freie Wahl jedoch ist das Wesen der Moral mithin Ethik.

Wenn es die Wahl nicht mehr gibt, existiert auch keine Ethik, keine Moral, kein gut, kein böse. Sich aber zwischen guter Wahl und böser Wahl entscheiden zu können hat seinen Ursprung in der Freiheit. Somit ist der Beweis erbracht, dass jedwede zentralistische Ideologie zu verwerfen ist: sie annuliert und ignoriert jede Moral in jedweder Handlung und somit annuliert sie die Freiheit und den, der sie gestiftet hat.

Jede zentralistische Ideologie wälzt persönliche Verantwortung, mithin Haftung ab auf den „Plan“. Der „Plan“ bzw. die „Planwirtschaft“ aber ist gezwungen, ausschliesslich und zuerst sich selbst zu schützen, seine Iudikatoren, Legislatoren und Exekutoren und vor allem den obersten Repräsentanten, der der Inbegriff des Freiheitsverlustes schlechthin sein muss, so nimmt es nicht Wunder, dass KI der ideale oberste Repräsentant zentralistischer Ideologie sein wird.

Seine Adepten müssen an ihn „glauben“ an seine gewillkürte Legislative, Judikative und Exekutive (vgl. „Rechtspositivismus„), damit sie willfährig stets das in seinen Augen Richtige tun, um also jederzeit im Brustton der Überzeugung sagen zu können, „Wir haben nur Befehle ausgeführt! Wir sind unschuldig!“

Solcherart „Plan“ ist völlig entgegengesetzt zur persönlich verantworteten Herrschaft, deren Hauptaufgabe darin besteht, das Leben eines jeden einzelnen Bürgers und dessen Eigentum und Nachwuchs zu schützen. Ein zentralistisches „Etwas“ jedoch, das das Eigentum seiner Bürger offen oder subtil raubt, ist nichts anderes als organisierte Räuberei.

Jedes Individuum besitzt das Recht, auf seine ihm eigene Weise, je nach Vermögen und Geschwindigkeit zu arbeiten und den erwirtschafteten Gewinn für das Lebens- und Entwicklungsnotwendige auszugeben und Eigentum zum Erwerb von Freiheit, mithin Souveränität zu erwerben, und den Staat als seinen Treuhänder für das ihm anvertraute Vermögen zu haben, und den Staat als Gewähr für seinen persönlichen Schutz und für den Schutz der Seinen und seines Eigentums zu haben.

Durch den Einspruch des Einzelnen dagegen, dass ein Räuber das Eigentum des Individuums raubt, wird die persönliche Souveränität des Individuums dokumentiert. Der souveräne Staat entsteht erst durch die kritisch grosse Menge an Menschen, die sich vereint organisiert im legitimen Widerstand gegen den Räuber.

Da Ethik die freie Wahl des Menschen zum Ziel hat und jeder „Plan“ die Abwesenheit der Freiheit des Menschen voraussetzt, ist jede Art von Planwirtschaft ethisch abzulehnen. Der Kapitalismus begründet seinen „Plan“ bzw. seine Art von „Planwirtschaft“ mit der Doktrin der Gewinnmaximierung mithilfe des Werkzeugs der Bernays’schen „Propaganda“ wodurch bei einer kritisch grossen Masse von „Verbrauchern“ künstlich immer neue Bedürfnisse erzwungen werden müssen um den massenhaften Konsum bzw. Massenproduktion immer neuer Produkte am laufen zu halten. Der Marxismus begründet seinen „Plan“ bzw. seine Art von „Planwirtschaft“ mit der Doktrin der Gleichheit aller Menschen ebenfalls mithilfe des Werkzeugs der Bernays’schen „Propaganda“ wodurch bei einer kritisch grossen Masse von „Werktätigen“ künstlich immer der Zwang zur Planerfüllung induziert werden muss um die Massenproduktion immer derselben Produkte am laufen zu halten.

Somit ist der Beweis erbracht, dass die Ideologie des Kapitalismus ebenso wie seine Antagonisten Marxismus und dessen Derivate Kommunismus und Sozialismus zu verwerfen sind, denn sie annulieren und ignorieren jede Ethik, mithin Freiheit, mithin die freie Wahl, weil sie nur mit Zwang funktionieren, hier mit Konsumzwang dort mit Planerfüllungszwang.

Somit ist die Ablehnung des Kapitalismus ebenso ethisch begründet, wie die Ablehnung des Marxismus und seiner Derivate Kommunismus und Sozialismus.

Paul Michael Heliosch


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Dieser Artikel wurde veröffentlicht am 24. Februar 2020 auf www.INTRINSIS.de unter https://intrinsis.de/2020/02/24/ethische-begruendung-der-ablehnung-von-kapitalismus-und-marxismus/

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