Moralisches Risiko

Der Begriff „Moralisches Risiko“ ist ein Begriff, der in der Finanzwelt und in der Ökonomie verwendet wird. Übersetzt bedeutet er „Versuchung durch Fehlanreize„. Moralisches Risiko entsteht, wenn einzelne Leistungsträger für die Folgen ihres Handelns von der persönlichen Verantwortung befreit werden, beispielsweise durch Institutionalisierung und/oder Digitalisierung mithin Abwälzen ihrer Entscheidungen auf Dritte oder auf „KI„. Die Übernahme persönlicher Verantwortung, mithin Haftbarkeit ist jedoch der Grundpfeiler jeder menschlichen Ordnung, die im Naturrecht –ius naturae– gründet.  Aufgrund des nicht vorhandenen Risikos des Scheiterns entsteht für Entscheider eine extrinsische Motiviation [1] zu Willkür, mithin gesetzlosem (kriminellem) Standardverhalten. Die negativen Folgen werden auf eine sich nicht wehren könnende Allgemeinheit abgewälzt, also kollektiviert.

Allerdings setzte ein für absolut gesetzter Begriff des „moralischen Risikos“ den Menschen als irreversibel böse voraus, was zwingend in die extreme Form der Ontologisierung einer Herrschaftsform [2] mündete, die notwendig das Ende der menschlichen Geschichte zeitigte.

Gegen die Irreversibilität der Bosheit steht jedoch die jederzeitige Möglichkeit des Individuums zur „Umkehr“, mithin des Abwendens vom bösen hin zum guten Weg, mit dem Ziel der Fortschreibung oder gar Besserung, mithin Heilung der menschlichen Geschichte.

Da aber die Fragen nach gut und böse Themen der Moral sind und die Verteidigung der Moral die von ihrem Stifter aufgetragene Pflicht der katholischen Kirche vermittels ihrer Sakramentenlehre ist, muss die katholische Kirche in ihren Mahnungen gehört werden. Sie ermöglicht kraft höheren Auftrags, welcher in ihrem Stammbuch als so genanntes Herrengebet festgeschrieben ist, sowie vermittels der Sakramente, jedem Individuum, und sei es noch so böse, die Hinwendung zum Guten.

Es geht also bei allen Entscheidungen um die Umkehr hin zum moralisch Besseren im Hinblick auf die Fortschreibung, mithin Besserung der menschlichen Geschichte [3] durch den persönlichen Widerstand gegen das „Moralische Risiko“.

PH – 2020-03-08

[1] Extrinsische Motivation in Artikel „Intrinsische Motivation

[2] vgl. Herrschaftsformenkreislauf | Herrschaftsformenkreislauf nach Aristoteles | Herrschaftsformenschema nach Aristoteles | Hybris |

[2] vgl. Artikel „Das Geschenk Hoffnung


HINWEISE

Sie können diesen Artikel unter der Lizenz Creative Commons BY-NC-ND 3.0 frei vervielfältigen unter den vier Bedingungen…

  1. …den Text nicht zu verändern,
  2. die Quelle anzuführen,
  3. den Text nicht für kommerzielle Zwecke zu nutzen,
  4. keine zusätzlichen Klauseln oder technische Verfahren einzusetzen, die anderen rechtlich irgendetwas untersagen, was die Lizenz erlaubt.

Der Autor ist dem Herausgeber bekannt. Der Autor hat unter Auflagen das Exklusivrecht zur Publikation erteilt.

Dieser Artikel wurde erstmals veröffentlicht am 08. März 2020 auf www.INTRINSIS.de unter https://intrinsis.de/2020/03/09/moralisches-risiko/

(c) INTRINSIS.de – PH.TXT.Moralisches-Risiko – 202003080933cci


VERWANDTE ARTIKEL

Ethische Begründung der Ablehnung von Kapitalismus und Marxismus

0 Kommentare zu “Moralisches RisikoKommentar hinzufügen →

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.